Contact Improvisation
verantwortlich: Nadine Wilken
Tänzerische Wahrnehmungsschulung
 
Auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen können wir Contact Improvisation kennenlernen und praktizieren. Wir werden unsere unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnisse und Nähebedürfnisse untersuchen und mit Übungen in eine Haltung des bewussten Aushandelns von Kontakt kommen - nonverbal und möglichst ohne inneren oder äußeren Erklärungszwang.
 
Wir arbeiten nicht mit einem festen Partner, sondern achten auf einen insgesamt sicheren Umgang miteinander, also auch ausreichenden Abstand der Atemräume. Wahrscheinlich entstehen dabei ganz neue (Tanz-) Bewegungen, manchmal auch mit dem Atemrhythmus verbunden.
 
Das Grundsätzliche gilt weiterhin: Mit dem Kontakt improvisieren bedeutet bei uns, zu erforschen, wie sich zwei oder mehrere Menschen im Tanz miteinander bewegen können. Wir experimentieren mit Gewicht, Körperspannung und -entspannung, Raum, Bewegungsfluss, Rollen, Fallen, Heben u. v. m. Dabei entstehen Tänze unterschiedlicher Art, von spielerisch, kraftvoll, akrobatisch bis leicht, weich und sinnlich. Übungen zur Verfeinerung des Körperbewusstseins sowie das Lernen von konkreten Techniken sind Grundlagen, die in einen lebendigen Tanz mit permanenten Wahlmöglichkeiten führen.
 
Dafür sind die Qualitäten und Praktiken der Contact Improvisation hilfreich:
- Zunächst wird der eigene Körper wahrgenommen, der Atem und der Boden, "der erste Tanzpartner". Dies alles steht jederzeit als Ankerpunkt zur Verfügung, wenn man sich verloren oder unsicher fühlt.
- Scheinbare "Sackgassen" z. B. beim Solo-Rollen über den Boden lösen sich, wenn man in ihnen pausiert und entspannt. Neue Wege können sich zeigen.
- Verbindung ist auch über große Entfernungen möglich.
- Ich kann jederzeit und ohne Erklärung Kontakt anbieten, verändern oder beenden.
- Ich schütze eigenverantwortlich meine sensiblen Zonen (z. B. lange Haare, intime Bereiche, Atemraum) und gebe den Partnern Raum und Zeit, dies für sich zu tun.
- Ich gestalte den gemeinsamen Raum mit allem, was ich tue oder nicht tue.
- Ich übe mich in der Freiheit, meinen Impulsen zu folgen und nicht meinen Absichten, externen Regeln oder Tanzformen.
- Ich lerne, das dadurch kollektiv entstehende Nicht-Wissen zu schätzen als Chance für Absichtslosigkeit, Authentizität und unvoreingenommene, ergebnisoffene Kommunikation.
- Momente der Leere ("The Gap"/Lücke) können als weniger bedrohlich wahrgenommen werden, wenn man ihnen den notwendigen Raum gibt und sie nicht mit Übersprungshandlungen umgeht. Das (auch spontane, unfreiwillige) Ende eines Tanzes oder einer konzentrierten Bewegungsforschung beinhaltet die Chance auf Freiheiten und neue Begegnungen - auch mit sich selbst.
 
In diesem Semester liegt unser Fokus auf Fragen wie: Wie ist ein für mich gesundes Abwägen von Sicherheitsbedürfnissen gegenüber Nähebedürfnissen möglich? Wie vermeide ich ein Ignorieren von einem der Bedürfnisse? Was ist Sicherheit? Wissen, was passieren wird und dass mich niemand anatmen wird? Oder wissen, dass ich auf alles meine persönliche Reaktion finden kann und den gemeinsamen Raum gestalte? Wie kann ich in jedem Moment wahrnehmen, ob und warum sich ein Kontakt/eine Situation "sicher" anfühlt und was ich anpassen möchte ? innerlich und äußerlich? Was brauche ich noch zur Selbstermächtigung?
 
Bildungsziele: Schulung der Körperwahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit; Stärkung des Vertrauens und Selbstvertrauens; Verbesserung der Kontaktfähigkeit; Kennenlernen eigener Möglichkeiten und Grenzen; Wahrnehmung und Ausgleich von Spannungszuständen; Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten, der Körperhaltung und der Flexibilität; Schulung der Entspannungsfähigkeit; Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit
 
ACHTUNG: Der Kurs findet nicht statt am 14.04.2022.

ACHTUNG: Bitte zum Kurs bequeme Kleidung ohne Metallteile und warme Socken mitbringen!
Even in times of contact restrictions and distance regulations, we can get to know and practice contact improvisation. We will examine our different needs for security and closeness and, with exercises, come into an attitude of consciously negotiating contact - non-verbally and if possible without inner or outer pressure to explain.
 
We do not work with a permanent partner, but rather ensure that we treat each other safely overall, i.e. that there is sufficient distance between the breathing spaces. It is likely that completely new (dance) movements will emerge, sometimes also connected to the rhythm of breathing.
 
The basics still apply: for us, improvising with contact means exploring how two or more people can move together in dance. We experiment with weight, body tension and relaxation, space, flow of movement, rolling, falling, lifting and much more. This creates dances of different kinds, from playful, powerful, acrobatic to light, soft and sensual. Exercises to refine body awareness and learning specific techniques are the basics that lead to a lively dance with permanent choices.
 
The qualities and practices of contact improvisation are helpful for this:
- first, one's own body is perceived, the breath and the floor, "the first dance partner". This is all available as an anchor point anytime you feel lost or insecure.
- apparent "dead ends" e.g. when you roll solo across the floor are released when you pause and relax in them. New ways can appear.
- connection is also possible over long distances.
- I can offer, change or end contact at any time and without explanation.
- I take responsibility for protecting my sensitive zones (e.g. long hair, intimate areas, breathing space) and give my partners space and time to do this for themselves.
- I design the common space with everything I do or don't do.
- I practice the freedom to follow my impulses and not my intentions, external rules or dance forms.
- I learn to appreciate the resulting collective lack of knowledge as an opportunity for unintentional, authentic and unbiased, open-ended communication.
- moments of emptiness ("The Gap") can be perceived as less threatening if they are given the necessary space and they do not deal with skipping actions. The (also spontaneous, involuntary) end of a dance or a concentrated movement research includes the chance for freedom and new encounters - also with oneself.
 
This semester, our focus is on questions such as: how is it possible for me to weigh security needs against intimacy needs in a healthy way? How do I avoid ignoring one of the needs? What is security? Knowing what is going to happen and that nobody will breathe on me? Or knowing that I can find my personal reaction to everything and design the common space? How can I perceive in each moment if and why a contact/a situation feels "safe" and what I want to adjust-internally and externally? What else do I need for self-empowerment?
 
Educational goals: training in body awareness and expressiveness; boosting confidence and self-confidence; improvement of contact ability; getting to know one's own possibilities and limits; perception and balancing of states of tension; improving coordination skills, posture and flexibility; training in the ability to relax; increase in cognitive performance
 
ATTENTION: The course will not take place on April 14th, 2022.
 
ATTENTION: Please bring comfortable clothing without metal parts and warm socks to the course!
KursnrNo.DetailsDetailTagDayZeitTimeOrtLocationZeitraumDurationLeitungGuidancePreisCostBuchungBooking
4190Anfänger - FortgeschritteneDo15:30-17:00USR Mensa11.04.2022-17.07.2022Eva Amina Kreuter
15/ 30 €
15 EUR
für Studierende

30 EUR
für Beschäftigte
abgelaufen