BEWEGUNGSANGEBOTE

  • Unser Sommersemesterpausenprogramm (20.7.-18.10.2026) ist ab sofort buchbar. Wir wünschen euch einen bewegten Sommer! |  
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Eltern-Kind-Turnen
verantwortlich: Nadine Wilken
Fotos: J. Lippman
Ganzheitliche motorische Entwicklungsförderung im Kindesalter (2–6 Jahre) – Eltern-Kind-Turnen
 
1. Konzeptioneller Ansatz und trainingswissenschaftliche Zielsetzung
Dieser Bewegungskurs des Universitätssports Halle (Saale) widmet sich der systematischen und ganzheitlichen motorischen Primärprävention im frühen Kindesalter. Die biologische Entwicklungsphase zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr ist von einer enormen neuronalen Plastizität und einer hohen Adaptionsfähigkeit des neuromuskulären Systems geprägt. Unser Kursangebot nutzt dieses sensible Zeitfenster, um durch gezielte, vielseitige Belastungsreize fundamentale Bewegungsmuster zu festigen und motorische Defizite präventiv abzuwenden.
Obwohl der Kurs explizit als integratives Familienangebot konzipiert ist, liegt der Fokus primär auf der autonomen sportlichen Evolution der Kinder. Die Kernzielgruppe umfasst Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren. Das methodisch-didaktische Profil ist darauf ausgerichtet, sowohl die konditionellen Grundlagen als auch die koordinativen Kompetenzen der Heranwachsenden progressiv anzusprechen:
  • Schulung der konditionellen Fähigkeiten: Durch den Aufbau komplexer, dynamischer Bewegungslandschaften setzen wir gezielte Reize zur Verbesserung der aeroben Grundlagenausdauer und der Kraftausdauer(insbesondere der Rumpf- und Stützkraft zur Stabilisierung des passiven Bewegungsapparates). Ebenso wird die Schnellkraft durch plyometrische Elemente (z. B. reaktive Sprungformen) und die Aktionsschnelligkeit durch spielerische Interaktionsformen systematisch gefordert.
  • Systematische Differenzierung der koordinativen Fähigkeiten: Das Herzstück jeder Einheit bildet das sensorische und neuronale Training. Die Kinder durchlaufen Stationen, die gezielt die Gleichgewichtsfähigkeit(statisch und dynamisch auf instabilen Untergründen), die Orientierungsfähigkeit (Raum-Lage-Wahrnehmung im dreidimensionalen Raum), die Reaktionsfähigkeit (akustische und visuelle Signalverarbeitung), die Rhythmisierungsfähigkeit (Anpassung von Bewegungsabfolgen an äußere Vorgaben) sowie die Kopplungsfähigkeit (Teilkörperbewegungen zu einer flüssigen Gesamtmotorik verbinden) schulen.
Die methodischen Bauthemen und Großgeräteaufbauten sind präzise so kalkuliert, dass die 4- bis 6 jährigen Partizipanten die gestellten motorischen Probleme völlig autonom, eigenständig und ohne physische Fremdhilfe bewältigen können. Dieser bewusste Verzicht auf ständige Hilfestellung forciert die propriozeptive Wahrnehmung (Tiefensensibilität) und stärkt das Bewegungsselbstkonzept durch das Erleben echter, selbstgenerierter Selbstwirksamkeit.
 
2. Das Eltern-Konzept: Die Begleitperson als passive Sicherheitsinstanz
Um diese koordinative Autonomie und die ungestörte sensorische Integration der Kinder zu gewährleisten, bricht dieser Kurs mit dem klassischen, rein spielerischen Eltern-Kind-Turnen. Wir fordern von den begleitenden Erwachsenen eine professionelle, pädagogisch-didaktische Zurückhaltung. Für die Eltern gilt das verbindliche Prinzip der minimalen instruktionalen und physischen Intervention.
Die Rolle der Eltern ist klar definiert als passive Sicherheitsinstanz im Hintergrund. Dies gliedert sich in folgende Kernbereiche:
  • Physische Restriktion & Taktile Absicherung (Sturzprophylaxe): Eltern greifen nicht proaktiv in funktionierende Bewegungsabläufe ein. Ein Heben, Schieben oder Ziehen des Kindes über Hindernisse hinweg inhibiert (hemmt) den Lernprozess des kindlichen Gehirns. Stattdessen positionieren sich die Eltern an koordinativ anspruchsvollen Kernstationen (z. B. bei Höhenwegen oder Absprungzonen) in aktiver Bereitschaftshaltung. Die Hände umschließen den Bewegungsraum des Kindes lose, um im Falle eines echten Gleichgewichtsverlustes sofort einzugreifen, berühren das Kind im Regelfall jedoch nicht.
  • Verbale Abstinenz zur Vermeidung von kognitivem Overload: Das kindliche Nervensystem ist während der Bewältigung einer motorischen Aufgabe hochgradig mit der Verarbeitung interner kinästhetischer Signale beschäftigt. Permanente verbale Anweisungen der Eltern („Setz den linken Fuß dorthin“, „Halt dich fester“, „Pass auf“) erzeugen eine kognitive Überlagerung. Das Kind verlernt, auf seine eigene Sensorik zu vertrauen. Bewegungskorrekturen erfolgen ausschließlich durch den Übungsleiter bei drohenden biomechanischen Fehlbelastungen. Das Durchlaufen fehlerhafter Anpassungsschleifen (Fehlversuche) ist für den neuronalen Lernerfolg explizit erwünscht.
  • Psychologisches Modelllernen: Kinder nutzen die Affektregulation ihrer Bezugspersonen als emotionalen Kompass. Eine ruhige, aufmerksame und angstfreie Präsenz der Eltern signalisiert dem Kind Sicherheit. Dies baut Bewegungsinhibitionen ab und schafft ein angstfreies, hochkonzentriertes Lernklima in der Turnhalle.
3. Altersübergreifende Struktur und Geschwister-Inklusion
Das USZ-Angebot trägt der familiären Realität Rechnung und öffnet den Kurs bewusst für eine erweiterte Altersstruktur, behält dabei jedoch die methodische Stringenz bei:
  • Partizipation von Kleinkindern (ab 2 Jahren): Jüngere Kinder ab ca. 24 Monaten können aktiv am Kurs teilnehmen. Da das Anforderungsprofil und die Gerätedimensionen primär auf die motorischen Fähigkeiten der 4- bis 6-Jährigen ausgelegt sind, verschiebt sich die Rolle der Eltern bei den Kleinkindern temporär: Hier leisten die Eltern eine kontinuierliche, zugewandte und bei Bedarf taktile Unterstützung. Dies umfasst beispielsweise die Unterstützung der posturalen Kontrolle (Gleichgewichtshaltung) durch eine sanfte, proximale Führung am Becken oder Schultergürtel, sodass auch die Minis die Landschaften im eigenen, adäquaten Tempo explorieren können.
  • Integration älterer Geschwisterkinder: Ältere Geschwisterkinder dürfen nach vorheriger Absprache mit der Kursleitung ebenfalls die Einheit besuchen. Sie werden gezielt als motorische Vorbilder (Modelllernen) in die Übungsformen eingebunden, was die soziale Kompetenz stärkt und den jüngeren Kindern visuelle Orientierungspunkte für komplexe Bewegungsabfolgen bietet.
4. Organisatorische Rahmenbedingungen und Ausrüstung
Für einen reibungslosen, verletzungsfreien und pünktlichen Ablauf der Trainingseinheiten sind folgende Vorgaben zwingend einzuhalten:
  • Bekleidung des Kindes: Die Kinder müssen zwingend funktionelle, atmungsaktive und ausreichend dehnbare Sportbekleidung tragen. Um die Fußrezeptoren optimal anzusprechen und die Propriozeption nicht zu dämpfen, wird der Einsatz von hochelastischen, flexiblen Hallenturnschuhen vorausgesetzt.
  • Bekleidung der Eltern: Da die Eltern als Sichtsicherer und Hilfestellende direkt auf den Matten und an den Geräten agieren, ist das Betreten der Halle in Straßenkleidung strikt untersagt. Eltern benötigen saubere Hallenschuhe (mit abriebfester Sohle) oder sowie uneingeschränkt bewegliche Sport- oder Freizeitkleidung.
  • Flüssigkeitsversorgung & Sicherheit: Bringen Sie eine bruchsichere Trinkflasche (vorzugsweise Wasser oder ungesüßten Tee) für Ihr Kind mit. Schmuck, Uhren und lange Haare müssen vor Beginn der Einheit abgelegt bzw. zusammengebunden werden, um das Hängenbleiben an Geräten zu verhindern.
Kommen Sie vorbei und unterstützen Sie Ihr Kind dabei, seine motorischen Meilensteine autonom, sicher und mit purer Bewegungskompetenz zu erweitern!
 
 
 
 
 
 
Dies ist ein Angebot mit dem "Familienbüro der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg".
 
Bildungsziele: Spaß und Freude an der Bewegung; Verbesserung der konditionellen und koordinativen Fähigkeiten; Schulung des Körperbewusstseins; Stärkung sozialer Kompetenzen wie Selbstwert- und Gemeinschaftsgefühl, Teamfähigkeit; Schulung der Ausdrucksfähigkeit; Kennenlernen eigener Möglichkeiten und Grenzen; Sammeln materialer Erfahrungen
 
Achtung: Auch Geschwisterkinder, die beim Kinderturnen mitmachen, müssen angemeldet werden. Bitte geben Sie im Buchungssystem dafür die Anzahl der Kinder unter dem Reiter "Anzahl" an. Danke.
 
Versicherung, Haftung
Die Erziehungsberechtigten werden gebeten, die teilnehmenden Kinder zu entsprechend vorsichtigem Verhalten und zur Befolgung der Anordnungen der Übungsleiter*innen anzuleiten. Die Kinder sind während des Sportangebots weder unfall- noch haftpflichtversichert. Die Teilnahme am Sportkurs erfolgt auf eigene Gefahr. Für den Verlust oder die Beschädigung persönlicher Dinge wird keine Haftung übernommen. Die Erziehungsberechtigten stellen die Universität und das Universitätssportzentrum von allen Forderungen Dritter frei, die durch den Teilnehmer*innen entstehen.
Sie haben Lust auf den Unisport und brauchen für diese Zeit eine Kinderbetreuung? Bei den WeinbergKids der MLU und des Studentenwerkes Halle sind Ihre Kinder in liebevollen Händen. Alle Infos unter www.weinbergkids.de
 
Nr.No.DetailsDetailTag / Zeit / OrtDay / Time / LocationZeitraumDurationLeitungGuidancePreisCostBuchungBooking
4703Eltern-Kind-Turnen 2,5 - 4 Jahre
4703
Eltern-Kind-Turnen 2,5 - 4 Jahre
31.08.2026-18.10.2026
Fr15:15-16:00Sporthalle Kröllwitz
31.08.-18.10.Philipp Bacher, Josephin Kühne8/ 16 €
8 €
für Studierende
16 €
für Beschäftigte
4704Eltern-Kind-Turnen 2,5 - 4 Jahre
4704
Eltern-Kind-Turnen 2,5 - 4 Jahre
31.08.2026-18.10.2026
Fr16:00-16:45Sporthalle Kröllwitz
31.08.-18.10.Philipp Bacher, Josephin Kühne8/ 16 €
8 €
für Studierende
16 €
für Beschäftigte
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